Die Küchenchefs – jetzt kochen wir!

10.03.2014

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“ Welch größere Verantwortung kann man also übernehmen, als den Körper und den Geist von über 120 Menschen zusammenzuhalten, dachten sich die Projektleiter Frau Witt, Frau Dessel und Herr Donhauser und das Projekt: „Die Küchenchefs – jetzt kochen wir!“ war geboren. Ein Mittagessen für die ganze Schule zu kredenzen war die Aufgabe.

Obwohl der Andrang in die Kochgruppe sehr groß war, haben es letztendlich 13 glückliche Nachwuchsköche in die Projektgruppe geschafft. Nachdem die Gruppenmitglieder die erste Aufgabe mit Bravour bestanden haben, nämlich die heimischen Küchen zu plündern und Töpfe, Pfannen, Messer und Nudelhölzer mit in die Schule zu bringen, ging es ans Eingemachte (leider hatten wir kein Eingemachtes, sonst wäre es aber auch zu einfach gewesen).

Zu Beginn musste festgelegt werden, was überhaupt gekocht werden sollte. Wie im Vorfeld schon vorgeschlagen fiel die Wahl auf Wraps mit zwei verschiedenen Füllungen. Als Nachspeise wurde ein Himbeertraum geträumt (Rezepte findet ihr unten).

Anschließend wurde darüber nachgedacht, wie viel und welche Zutaten gekauft werden müssen. In drei Gruppen (Fleischfüllung, vegetarische Füllung, Dessert) wurde nun geschätzt, gerechnet und geschrieben. Kaum waren die Einkaufszettel fertig, ging es auch schon per pedes ins Sollner Zentrum, wo in einem überregionalen Supermarkt, die dort feilgebotenen schmackhaften Waren eingekauft wurden.

Die komplette Projektgruppe war sehr überrascht ob der Menge der Zutaten, die sich in den drei Einkaufswägen türmte. Selbst wenn die ganze Gruppe mitgetragen hätte, wäre es schwer geworden alle Waren zurück zur Schule zu bringen. Also wurde kurzerhand die Marktleiterin angesprochen, ob wir denn nicht die Einkaufswägen ausleihen und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abliefern könnten. Es musste ein bisschen Überzeugungsarbeit geleistet werden, aber schließlich erlaubte sie uns, gegen ein Pfand, die Wägen mitzunehmen.

Kaum angekommen am Gut Warnberg, ging es auch schon weiter. Der Plan für den ersten Nachmittag war es, den Nachtisch und die beiden Füllungen vorzubereiten, um dann am nächsten Tag genug Zeit für die Herstellung von 250 Tortillas zu haben. Es wurde also im Akkord gewaschen, geschält und geschnibbelt, gebraten, abgelöscht und abgeschmeckt, geschlagen, untergehoben und dekoriert. Jeder hat nach Leibeskräften mitgeholfen und so war auch pünktlich zum Ende des Tages alles das fertig, was sich die Gruppe vorgenommen hatte. Geschafft, aber glücklich ging es für alle in den wohlverdienten Feierabend. Für alle? Nein, einzig eine Gruppe motivierter Mädchen aus Klasse 7 machte Überstunden und brachte zusammen mit Herrn Donhauser die Einkaufswägen zurück, um dann nach einem beherzten Spurt den Bus an der Wendeschleife gerade noch zu erreichen.

Am nächsten Morgen stand dann eine Mammutaufgabe an. Es mussten 17kg Mehl und 8,5 Liter Wasser zu 250 Tortilla verarbeitet werden. Wie schon am Vortag, wurde sich ohne ein Murren auf die Arbeit gestürzt. Die einen stellten den Teig her, die anderen kneteten ihn, wieder andere portionierten ihn, worauf er ausgerollt und schlussendlich in der Pfanne gebraten wurde. Es staubte, es rauchte, aber nach und nach türmte sich ein Berg von Teigfladen neben dem anderen. Alle waren überrascht, als die 250 Tortillas eine Stunde vor dem Zeitplan fertig waren.

Genug Zeit also, alles fürs Essen vorzubereiten. Herr Temesvari, der uns über die ganzen zwei Tage jederzeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte (gleiches gilt für Frau Schmoll, der wir hier, für ihre Hilfe, gar nicht genug danken können!), hatte inzwischen die Füllungen aufgewärmt und die Essenswägen dekoriert. Somit konnte es losgehen. Die Kür nach all der Arbeit. Und siehe da, glückliche und gesättigte Gesichter wohin man schaute, Lob und Komplimente von allen Seiten. Ein schöner Lohn für die viele Arbeit. Aber jeder war sich einig, es hatte sich mehr als gelohnt. In zwei Tagen gab es nicht einen Streit, nicht eine Beschwerde, nicht eine Lustlosigkeit. Jeder war sich seiner Verantwortung bewusst und wurde ihr vollstens gerecht. Vielleicht hält ja nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Kochen Leib und Seele zusammen ...

PDF-Download: Rezepte der Küchenchefs

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